Interior Design in Moldawien – Selina (BGY24) berichtet über ihr Auslandspraktikum
Selina aus der Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums des Adolph-Kolping-Berufskollegs hat ihr Praktikum im Rahmen des Erasmus+ Programms vom 05.01. bis 30.01.2026 in einem Interior Design Studio in Moldawien absolviert. In einem Interview mit unserer Europakoordinatorin und Fachlehrerin Frau Timpe erzählt sie von ihren Praktikumserfahrungen im Ausland.
Warum hast du dich für ein Praktikum im Ausland entschieden?
Ich wollte meinen Horizont erweitern und schauen, wie das Arbeitsleben außerhalb Deutschlands aussieht. Vor allem wollte ich die Gelegenheit nutzen durch Erasmus+ das Leben in einer anderen Kultur zu erfahren.
Warum ausgerechnet in Moldawien?
Tatsächlich habe ich mich auch in anderen Ländern beworben, Spanien, Portugal, Frankreich, aber leider ohne Erfolg. Und da meine Familie aus Moldawien kommt, habe ich sie dann um Hilfe gebeten bei der Praktikumsplatzsuche und das hat funktioniert. Das hatte auch den Vorteil, dass ich die Sprache schon beherrsche.
Wie sah dein Arbeitsalltag aus?
Meistens fingen wir um 9 Uhr an und blieben bis 16 Uhr, manchmal auch bis 19 Uhr, wenn nötig. Es hat einfach so viel Spaß gemacht, dass man gar nicht gemerkt hat, wie die Zeit vergeht. Wir waren wie eine kleine Freundesclique, die ihrem Hobby nachgeht.
Morgens haben wir immer mit einem Briefing begonnen und geschaut, was ansteht, welche Kunden vorbeikommen, welche Dekoration vorbereitet werden muss etc. Am Anfang meines Praktikums musste ich mir erstmal einen Überblick verschaffen und mich mit den Designprogrammen und den unterschiedlichen Materialien vertraut machen, zum Beispiel den unterschiedlichen Öffnungsmechanismen von Möbelstücken und den Eigenschaften von Materialen, also ob es wasserabweisend oder besonders belastbar ist, je nach Funktion. Und später durfte ich mit den Designprogrammen eigene Projekte entwerfen, die auch dem Kunden vorgestellt wurden. Das war richtig cool, weil ich das Gefühl hatte, ein vollwertiges Teammitglied zu sein.
Welche Orte hast du besucht?
Bezogen aufs Praktikum habe ich die Filialen in Moldawien und Rumänien besucht und die eigene Fabrik, wo die designten Einrichtungsgegenstände hergestellt wurden. Und ansonsten war ich gefühlt überall. Ich habe fast jeden Tag einen Ausflug gemacht.
In welcher Sprache hast du kommuniziert?
Hauptsächlich Moldawisch, Rumänisch und Russisch.
Welchen Menschen bist du begegnet? Wer hat dich unterstützt und betreut?
Ich bin ganz tollen Menschen begegnet und bin sehr dankbar, dass ich diese Menschen kennenlernen durfte. In dem Betrieb waren wir vier Mädels und der Chef und wir waren wie eine Freundesclique. Wir haben uns sehr gut verstanden und sie haben mir immer alles gerne gezeigt und erklärt und wollten auch, dass ich etwas lerne. Sie haben mich immer mit einbezogen und mir eigenverantwortliche Aufgaben überlassen. Ich habe mich da sehr willkommen gefühlt und das war eine sehr schöne Erfahrung.
Was hast du Neues gelernt? Was hast du über dich selbst gelernt?
Sehr viel. Ich wusste vorher nichts über Baumaterialien oder Öffnungsmechanismen von Möbeln. Wie man Möbel überhaupt zusammenbaut, Küchen, Betten, Sofas. Ich hatte vorher auch keine Ahnung von den Designprogrammen, die für den Bereich Innenarchitektur und Möbeldesign benutzt werden. Also habe ich alles neu gelernt, was ich dort gemacht habe. Was ich über mich gelernt habe? Vielleicht, dass Innendesign etwas für meine berufliche Zukunft wäre.
Was war das überraschendste, aufregendste oder tollste Erlebnis?
Eigentlich war alles toll. Besonders beeindruckend fand ich die traditionelle Kleidung der Menschen bei der Neueröffnung der Filiale in Rumänien.
Gab es auch mal schwierige Situationen? Wie bist du damit umgegangen?
Eigentlich nicht. Die Leute, mit denen ich gearbeitet habe, waren so nett und hilfsbereit, dass ich, obwohl für mich alles neu war, keinerlei Probleme hatte da reinzukommen. Es hat sich nichts anstrengend angefühlt, auch wenn es mal längere Arbeitstage waren, es hat immer Spaß gemacht.
Würdest du ein Auslandspraktikum weiterempfehlen?
Ich würde ein Auslandspraktikum zu 100% weiterempfehlen. Ich weiß nicht, wie es gewesen wäre, wenn ich die Sprache nicht beherrscht hätte, aber mir fällt auch nichts ein, was dagegensprechen würde. Ich finde, dass wir ein besonderes Privileg haben, unser Praktikum im Ausland machen und diese Erfahrungen sammeln zu dürfen und dabei finanziell unterstützt zu werden. Zu 100% würde ich es weiterempfehlen!
Welchen Rat würdest du interessierten MitschülerInnen geben?
Mein Rat wäre, sich frühzeitig um das Praktikum und um das Stipendium zu kümmern und darauf zu achten, dass man sich für das Praktikum auch wirklich interessiert und es nicht nur als eine Möglichkeit versteht, ins Ausland zu kommen.
Für weitere Informationen zu Auslandspraktika und Hilfe bei den Formalitäten steht unsere Europakoordinatorin Frau Timpe bereit.
Text: Anja Timpe

