Respekt schaffen ohne Waffen – Internationale Förderklasse besucht Polizeiwache
Erschöpft vom strammen Marsch durch Münsters Kreuzviertel trafen 11 Schülerinnen und Schüler der Internationalen Förderklasse des Adolph-Kolping-Berufskollegs (IF 1) in Begleitung ihrer Fachlehrerin Frau Van Bebber am 8.Mai an der gesicherten Pforte der Polizeiwache am Friesenring ein. Doch schon ein erster Blick auf ausgehängte Fahndungsbilder rund um die Leitstelle weckte die Aufmerksamkeit wieder und versprach spannende Unterhaltung – und dieser erste Eindruck wurde auf jeden Fall bestätigt: Abwechslungsreich und informativ zugleich präsentierten Anna Testowe und Niklas Preuth von der Pressestelle der Polizei Münster ihren maßgeschneiderten Vortrag, in dem sie sämtliche vorher eingereichte Fragen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigten und ausführlich beantworteten. Angefangen beim Aufräumen mit der durch eigene Erfahrung im Ausland oft negativ geprägten Erwartungshaltung gegenüber den Beschäftigten der Kripo, über einen Exkurs zur fundamentalen Bedeutung der Gewaltenteilung in Deutschland und Fragen zum konkreten Verhalten im Fall von Bedrohung und Belästigung, bis hin zum Waffengesetz, dem Handy als Waffe und der Polizei als Arbeitgeber reichte das Spektrum an Themen. Nach einem abschließenden Rundgang durch die Wache mit besonderem Augenmerk auf den Gewahrsamsbereich und den Fuhrpark endete der interessante und kurzweilige Besuch mit dem Anprobieren von Polizeiwesten, einem Blick in die Tiefen des Streifenwagens und den wertvollen Tipps zum respektvollen Umgang mit Autoritäten. Klare Botschaft hier: Ansprachen wie „Ey Bruder, gib mir deinen Ausweis!“ gelten nicht als angemessen im Falle einer Ausweiskontrolle. Und ein zarter Hinweis der Polizistin reichte, um den einen oder die andere zum Experimentieren mit sprachlichen Varianten zu motivieren, die mehr Akzeptanz fanden.
Ein großes Dankeschön geht an unser Polizeiduo vor Ort, dessen Bemühungen um Aufklärung, respektvolle Interaktion und hands-on Erfahrungen nachhaltig in Erinnerung bleiben werden.
Text und Fotos: Annette van Bebber