Adolph-Kolping-Designer bei Banksy in Dortmund – Ist der Künstler jetzt „enttarnt“?

Adolph-Kolping-Designer bei Banksy in Dortmund – Ist der Künstler jetzt „enttarnt“?

Die aktuelle Ausstellung „House of Banksy“ in Dortmund bot den Schülerinnen und Schülern der Höheren Berufsfachschule für Medien und Kommunikation (HBMK) des Adolph-Kolping-Berufskollegs eine besondere Gelegenheit, sich intensiv mit dem grafischen Werk dieses außergewöhnlichen Street-Art-Künstlers, der seit über 20 Jahren unter dem Pseudonym „Banksy“ arbeitet, auseinanderzusetzen.
Die beeindruckende Ausstellung präsentierte der Mittelstufenklasse GTMM1 zahlreiche Werke, Reproduktionen und Installationen. Die Schülerinnen und Schüler konnten dabei nicht nur bekannte Motive wie das „Girl with Balloon“ oder den „Flower Thrower“ entdecken, sondern auch mehr über die gesellschaftskritischen Botschaften erfahren, die Banksy in seinen Arbeiten verarbeitet.
Besonders spannend war für die angehenden Gestaltungstechnischen Assistentinnen und Assistenten der Einblick in die Arbeitsweise des Künstlers. Banksys charakteristische Schablonentechnik, seine klare Bildsprache und die Kombination aus Humor, Ironie und politischer Kritik boten zahlreiche Anknüpfungspunkte für Diskussionen über Gestaltung, Wirkung und Bedeutung moderner Street-Art.
Während des Rundgangs analysierten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Werke aus gestalterischer Perspektive und tauschten sich darüber aus, wie visuelle Kommunikation im öffentlichen Raum funktioniert. Dabei wurde deutlich, wie stark Bilder Emotionen auslösen und gesellschaftliche Themen sichtbar machen können.
Interssant ist, dass Banksy seine Kunstwerke stets „bei Nacht und Nebel“ aufsprüht. Bis die Menschen sie bemerken, ist er längst verschwunden und so gelang es ihm, über 20 Jahre lang anonym zu bleiben. Bis jetzt, denn am 16. März 2026 meldeten einige renommierte Medien wie z.B. die Süddeutsche Zeitung, dass der Künstler „enttarnt“ sei.
Zwar hatte die britische Mail on Sunday bereits am 13. Juli 2008 mit der Schlagzeile „Banksy demaskiert!“ aufgemacht. Damals behauptete die britische Zeitung, man habe herausgefunden, dass es sich bei dem stets anonym agierenden „Guerilla-Sprayer“ um einen aus Bristol stammenden Mann namens Robin Gunningham handele. Der Graffiti-Künstler bestritt das Ergebnis der Mail-Recherche genauso wenig, wie er es bestätigte. Nun, knapp 18 Jahre nach dem Mail-Artikel, will die Nachrichtenagentur Reuters die endgültige Bestätigung für die damalige Enttarnung gefunden haben. Das Reuters-Team verfolgte Banksys Spur von dem ukrainischen Dorf Horenka bei Kiew, wo der Künstler 2022 einige Wandbilder auf kriegszerstörten Gebäuden hinterließ, über Jamaika bis New York. Und auch diese Recherche kommt zu dem Schluss, dass der 1973 in Bristol geborene Robin Gunningham Banksy ist. Nur dass er nicht mehr Robin Gunningham heißt, sondern seinen Namen vor Jahren offiziell in David Jones ändern ließ. 
Die Exkursion bot einen spannenden Einblick in die Welt der Street-Art. Für viele Teilnehmende war der Besuch eine inspirierende Erfahrung, die zeigte, wie Kunst, Design und gesellschaftliche Botschaften miteinander verbunden werden können.
Text: Morris Vianden, Werner Grundhoff und Süddeutsche Zeitung
Fotos: Morris Vianden