Das ist eine supercoole Erfahrung!“- Marta (GT23B) berichtet über ihr Auslandspraktikum in Portugal

Marta aus der Jahrgangsstufe 12 der Höheren Berufsfachschule für Gestaltung des Adolph-Kolping-Berufskollegs hat ihr Praktikum im Rahmen des Erasmus+ Programms vom 02.06. bis 25.07.2024 in einem Fotostudio in Portugal absolviert. In einem Interview mit unserer Europakoordinatorin und Fachlehrerin Frau Timpe erzählt sie von ihren Praktikumserfahrungen.
Warum hast du dich für ein Praktikum im Ausland entschieden? Warum ausgerechnet in Portugal?
Ich wollte mein Praktikum in Portugal machen, weil meine Familie aus Portugal kommt und teilweise auch noch dort lebt und das für mich ein Stück Heimat ist. Das Praktikum hat mir ermöglicht, neben dem Familienalltag, den Arbeitsalltag in Portugal kennenzulernen, was sehr spannend war.
Wie sah dein Arbeitsalltag aus?
Ich habe mein Praktikum in einem Fotostudio in Portugal gemacht, wo ich aber überwiegend mit Aufgaben im Bereich Grafikdesign beschäftigt war, was ich mir auch so gewünscht hatte. Ich habe zum Beispiel am Computer Designs gestaltet, die dann später auf Schürzen, Tassen, T-Shirts, Kissen oder Magnete gedruckt wurden. Dafür habe ich auch Fotos digital bearbeitet. Außerdem habe ich bei der Herstellung der Printprodukte geholfen, also zum Beispiel Magnete zusammengesetzt. Manchmal habe ich auch im Lager beim Sortieren und Verpacken geholfen.
In welcher Sprache hast du kommuniziert?
Auf Portugiesisch. Manchmal auch auf Englisch, wenn Kunden kamen, die kein Portugiesisch sprachen.
Welchen Menschen bist du begegnet? Wer hat dich unterstützt und betreut?
Die beiden FotografInnen, also meine Chefs, haben sich im Praktikum ganz lieb um mich gekümmert. Dann habe ich eine Praktikantin kennengelernt, deren Praktikum sich teilweise mit meinem überschnitten hat und mit der ich im Kontakt geblieben bin, weil wir uns so gut verstanden haben. Durch das Praktikum hatte ich außerdem die Zeit und die Möglichkeit, mich auf die Menschen aus dem Dorf, die ich teilweise schon flüchtig kannte, einzulassen. Und dann natürlich Frau Timpe. Ich habe nämlich meinen Praktikumsplatz nach zwei Wochen gewechselt, weil mein ursprüngliches Praktikum nicht gut gelaufen ist, und dabei haben mich Frau Timpe und meine Familie unterstützt.
Was hast du Neues gelernt? Was hast du über dich selbst gelernt?
Ich habe meine Kenntnisse in Photoshop ausgebaut und habe sehr viel über die Herstellung von Printprodukten und Fotografie gelernt. Über mich habe ich gelernt, dass ich in schwierigen Situationen nicht aufgebe, insbesondere als ich für mich beschlossen habe, dass ich nicht in meinem ursprünglichen Praktikumsbetrieb bleiben möchte und den Praktikumsbetrieb gewechselt habe. Und ich habe erkannt, dass ich gut und gerne im Team arbeiten kann und war dankbar, dass mir das in dem Fotostudio ermöglicht wurde.
Was war das überraschendste, aufregendste oder tollste Erlebnis?
Ein unvergessliches Erlebnis war für mich, dass ein Design, das ich für eine Kundin erstellt hatte, gedruckt wurde und dass sich die Kundin darüber unheimlich gefreut hat, weil es ihr so gut gefallen hat. Und es war ein gutes Gefühl, dass mir so viel Verantwortung und Vertrauen im Praktikum entgegengebracht wurde.
Gab es auch mal schwierige Situationen? Wie bist du damit umgegangen?
Ja, wie bereits erwähnt, habe ich mein Praktikum nach zwei Wochen gewechselt, weil mein ursprüngliches Praktikum nicht gut gelaufen ist. Ich habe dann mit Frau Timpe gesprochen, die mich darin bestärkt hat, das Praktikum zu wechseln und sich um die ganzen Formulare gekümmert hat. Meine Familie vor Ort und in Deutschland haben alles in Bewegung gesetzt, um mir so kurzfristig einen neuen Praktikumsplatz zu finden und dann hatte ich gefühlt von einem Tag auf den nächsten ein neues Praktikum beim Fotografen, was mir sehr gut gefallen hat und worüber ich sehr glücklich bin.
Würdest du ein Auslandspraktikum weiterempfehlen?
Auf jeden Fall! Das ist eine supercoole Erfahrung! Man wird sehr selbstständig und lernt ein neues Land, seine Kultur und die Arbeitskultur dort kennen. Ich musste mich zum Beispiel erst daran gewöhnen, dass die Arbeitszeiten in Portugal ganz anders sind als in Deutschland. Während der Arbeitstag in Deutschland eher früh beginnt und dann dementsprechend früh endet, startet man in Portugal ganz entspannt in den Tag, arbeitet aber dafür bis in den Abend hinein.
Welchen Rat würdest du interessierten MitschülerInnen geben?
Ich würde auf jeden Fall empfehlen, sich sehr frühzeitig um ein Praktikum im Ausland zu kümmern, weil es im Ausland noch schwieriger ist, einen Praktikumsplatz zu finden als schon in Deutschland. Und ich würde sagen: Traut euch! Diese Erfahrung ist es auf jeden Fall wert! Einfach mal machen! Klar kann es auch mal schwierige Situationen geben, aber dann findet man eine Lösung und es gibt immer einen Weg!
