„Mein Herz schlägt für Marseille“ – Tjark (BGY22) berichtet über sein Auslandspraktikum

Tjark aus der Jahrgangsstufe 13 des Beruflichen Gymnasiums des Adolph-Kolping-Berufskollegs hat sein Praktikum im Rahmen des Erasmus+ Programms vom 26.05. bis 18.07.2025 in einem Blumenladen in Marseille absolviert. In einem Interview mit unserer Europakoordinatorin und Fachlehrerin Frau Timpe erzählt er von seinen Praktikumserfahrungen im Ausland.
Warum hast du dich für ein Praktikum im Ausland entschieden?
Ich habe gehört, dass es möglich ist, am AKBK das Praktikum auch im Ausland zu machen und dass das sogar von der EU finanziell gefördert wird und ich wollte diese Chance nutzen. Außerdem möchte ich nach meinem Abitur gerne nach Frankreich auswandern und so ein Praktikum ist ein guter Einstieg, um erstmal anzukommen.
Warum ausgerechnet in Frankreich?
Ich wollte nach Marseille, weil ich die Stadt, das Meer und die Sprache mag. Das Praktikum hat mich darin bestärkt, dauerhaft nach Marseille zu ziehen.
Und warum ausgerechnet Marseille?
Ich habe die größten Städte Frankreichs gegoogelt und irgendwie schien mir Marseille sympathisch.
Wie sah dein Arbeitsalltag aus?
Ich habe mein Praktikum in einem Blumenladen gemacht. Morgens musste erst alles geputzt und aufgebaut werden, um die Ware, also die Blumen, zu präsentieren. Danach sind wir entweder zu Kunden gefahren, um Aufträge zu besprechen oder ich habe im Laden Blumensträuße oder -gestecke für den Verkauf gemacht. Wir waren z.B. bei einem Kunden, für den wir die Dachterrasse neugestalten sollten. Und für eine Eisdiele sollten wir den Eingangsbereich gestalten.
Welche Orte hast du besucht?
In Marseille habe ich viele Kirchen besichtigt. Ich war eigentlich täglich am Meer und habe die Calanques, also die von Felsen umgebenen Buchten, besucht. Ich war auch einmal in Aix-en-Provence. Das ist eine Stadt im Landesinneren, nicht weit von Marseille, aber mein Herz schlägt für Marseille.
In welcher Sprache hast du kommuniziert?
Auf Französisch. Ich habe Französisch in der Schule und im Selbststudium gelernt und das hat gut funktioniert.
Welchen Menschen bist du begegnet? Wer hat dich unterstützt und betreut?
Die beiden Geschäftsführerinnen des Blumenladens, Émilie und Virginie, waren super nett und wir haben uns sehr gut verstanden. Und dann habe ich in der Stadt ein paar Leute kennengelernt, mit denen ich noch immer in Kontakt stehe.
Was hast du Neues gelernt? Was hast du über dich selbst gelernt?
Ich habe sehr viel über Blumen gelernt und natürlich mein Französisch verbessert. Und, wie gesagt, das Praktikum hat mich darin bestärkt, meinen Plan in die Tat umzusetzen und nach der Berufsabschlussprüfung nach Marseille zu ziehen.
Was war das überraschendste, aufregendste oder tollste Erlebnis?
Ich liebe das Meer. Deswegen bin ich auch täglich ans Meer gegangen. Das war besonders für mich. Im Praktikum fand ich die Gestaltung der Dachterrasse am aufregendsten. Die Arbeit war körperlich ziemlich anstrengend, weil man 40 Liter Erde und 10 Bäume in den 8. Stock tragen musste, aber es hat trotzdem Spaß gemacht
Gab es auch mal schwierige Situationen? Wie bist du damit umgegangen?
Ich hatte Stress mit dem Vermieter, der mehr Geld als vereinbart von mir gefordert hat. Da war es gut, dass ich Französisch sprechen konnte und mich von ihm nicht einschüchtern ließ.
Würdest du ein Auslandspraktikum weiterempfehlen?
Ja, auf jeden Fall. Für mich war das Praktikum eine Art Sprungbrett, um nach Marseille zu ziehen. Aber auch so ist es eine tolle Möglichkeit ein anderes Land und eine andere Arbeitskultur kennenzulernen und im Lebenslauf macht es sich sicherlich auch gut.
Welchen Rat würdest du interessierten MitschülerInnen geben?
Dass man sich das Praktikum selbst und ganz bewusst aussucht. Es gibt ja Organisationen, die Praktika im Ausland vermitteln, aber ich glaube, dass, wenn man sich den Praktikumsplatz selbst sucht, die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass es einem auch wirklich gefällt. Schließlich ist es kein Urlaub oder kein Sprachkurs, wo man einen Ort besichtigt, ein bisschen zur Schule geht und nach zwei Wochen wieder nach Hause fährt. Im Praktikum lebt und arbeitet man über einen längeren Zeitraum an einem fremden Ort mit unbekannten Menschen und dann ist es schon gut, sich eine Tätigkeit und einen Ort auszusuchen, wo man sich vorstellen kann, nicht nur Besucher und Zuschauer, sondern vorübergehend Teil des Lebens und des Arbeitsalltags zu sein.